#1werden in Namibia

mit Anskar Lenzen

Anskar Lenzen sucht, findet und beobachtet Tiere. Um von ihnen zu lernen. Wie man überlebt. In einer objektiv massiv lebensfeindlichen Umgebung. Ihr Geheimnis scheint etwas zu tun zu haben, mit dem, was auch für uns im Zentrum unserer Reisen steht: Das Einswerden. Mit eben dieser Umgebung.

Um es zu entschlüsseln, um es dem Tier, das er beobachtet, gewissermaßen zu entlocken, sein ganz “persönliches” Geheimnis des Einswerdens, muss er, sagt Anskars Intuition, auf Augenhöhe kommen mit dem Tier. Hilfsmittel, etwa ein Jeep, aus dem heraus er das Tier beobachtet, stören ihn da eher.

Was dabei raus kommt, erzählen uns am eindrücklichsten die Bilder, die auf diese Weise entstehen:

Der Weiße Elefant

Sich auf einer Ebene begegnen, ohne, dass einer über dem anderen steht. Zum eins werden mit der Natur gehört für mich, Tiere als gleichwertig anzusehen.

„Wohl keine Kreatur dieser Erde ist beeindruckender, als unser größter Landsäuger: der afrikanische Elefant. Selbst vor der enormen Salzpfanne von Etosha wirkt das Tier noch gewaltig. Trotz seines Gewichts erscheint er uns sanft und vorsichtig. Es ist nicht der erste Elefant, den wir auf dieser Safari sehen. Aber es ist es der erste weiße Elefant. Weiß vom aufgewirbelten Staub der Salzeinöde. Und dadurch sichtbar ein Teil von ihr. Gebrandmarkt vom Leben in der rauen Wildnis Namibias, mit wenig Wasser und nur vereinzelten, kargen Pflanzen. Er hat uns so fest im Blick wie wir ihn. Er lässt uns nicht aus den Augen und wir halten unseren sicheren Abstand. Denn auch, wenn Elefanten im Englischen gerne als „gentle giants“ bezeichnet werden, sollte man ihr Verhalten immer genau beobachten. Trotzdem oder gerade deshalb habe ich bei dieser Begegnung das Gefühl, auf einer Ebene zu sein, mit meinem gewaltigen Gegenüber. Keine Seite steht über der anderen. Und so sollen Begegnungen mit wilden Tieren für mein Empfinden auch sein: ebenbürtig. Und ohne, dass eine Seite Schaden davon trägt. Zum eins werden mit der Natur gehört für mich, Tiere als gleichwertig anzusehen.“

Anskar Lenzen

Die Ruhe im Sturm

Zwei Zebras kann ein Sandsturm nicht aus der Ruhe bringen. Sie bleiben, wo sie sind. Wie sie sind. Teil ihres natürlichen Umfelds. Eins mit dem, was sie umgibt.

„Schon die ganze Nacht hat es so gestürmt, dass wir kein Auge zu bekommen haben. Trotzdem sind wir, wie jeden Morgen, vor Sonnenaufgang aufgestanden, um auf Safari zu gehen. Mit jeder Stunde ist der Wind stärker geworden, bis jetzt, wo Sand, Salz und Staub der Einöde um uns herum aufgewirbelt werden. Wir fahren nur noch Schrittgeschwindigkeit, denn die Straße vor uns ist kaum mehr zu sehen. Doch plötzlich bemerken wir im Augenwinkel eine Herde Zebras. Ihr so markantes, schwarz-weiß gestreiftes Kleid blitzt aus der Staubwolke hervor.
Meine Begleiter haben sich längst zurück ins Camp begeben, um sich vor dem Sturm und dem Sand in Sicherheit zu bringen. Während es uns Menschen inmitten einer in Aufruhr befindlichen Natur nicht mehr ohne weiteres gelingt, in Einklang mit dieser zu bleiben und sich anzupassen, daran, scheint das für Zebras ganz selbstverständlich zu sein.
Sie ändern ihr Verhalten kaum. Sind einfach da. Vom Wind und dem dadurch aufgewirbelten Staub fühlen sie sich kaum gestört. Eins mit dem, was sie umgibt. Nach einer Weile trennen sich zwei der Tiere von ihrer Herde. Für mich der perfekte Moment, diese Szene im Bild festzuhalten. Schön zu sehen, darauf, wie sie dem Aufruhr des Staubs um sich herum trotzen, eine tiefe, scheinbar unendliche Ruhe ausstrahlend. Eine Ruhe, die von ihnen selbst ausgeht.“

Anskar Lenzen

Dialog mit der Namib

Die Wüste Namib hat einen ganz eigenen, sehr ruhigen Takt. In dem sie mit dem Betrachter kommuniziert. Wenn er es zulässt. Und genau dafür bin ich hier.

„Das Bild einer gewaltigen Düne, mit einem vergleichsweise winzigen Baum im Vordergrund, zeigt vielleicht am besten, wie man sich in Namibia fühlt. Klein. Und der gewaltigen Natur ausgeliefert.
Das hat uns hier zutiefst fasziniert und auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht. Und uns mal wieder zu verstehen gegeben, wie klein wir doch eigentlich sind auf diesem riesigen Erdball.
Jeden Morgen entstehen hier neue Strukturen, geformt von Sand und Wind. Ohne, dass Menschen in irgendeiner Form Einfluss genommen haben, darauf. Unserem Einfluss entzogen. Und bleibend für den Moment, in dem ich es betrachte, so intensiv, wie ich möchte. Anders, als etwa das Meer, das permanent sichtbar zumindest ein wenig in Bewegung ist. Die Wüste hat ihren eigenen, sehr ruhigen Takt, in dem sie mit dem Betrachter kommuniziert. Wenn er es zulässt. Und genau dafür bin ich hier. Um mich auf diesen Dialog mit der Umgebung, in der ich mich hier befinde, einzulassen. Mit meiner Kamera. Und auf diese Weise eins zu werden mit dem Gewaltigen, das mich hier umgibt.“

Anskar Lenzen

Anskar Lenzen

Anskar ist passionierter Fotograf und studierter Wildtier Experte. Er nutzt seine Reichweite in den sozialen Medien um sich für Natur- und Tierschutz einzusetzen. Mehr über Anskar erfahren Sie auf seinem Instagram @anskar.lenzen und seinem Blog againstthelight.org


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